Samstag, 21. April 2012

Neuer Zeltplatz!

Sonnenhalo auf dem Rückweg.
Die Erscheinung wird durch Eiskristalle
in der Atmosphäre verursacht.
Kurz vor der Rückfahrt habe ich noch bei diversen Äckern in der Umgebung vorbeigeschaut auf der Suche nach Landbesitzern - und ich habe einen sehr netten gefunden. Ich habe mich kurz mit ihm über mein Vorhaben unterhalten und er möchte mich gerne unterstützen. Er hat mir erklärt wo ich die nächsten Nächte gerne mein Zelt aufbauen kann. Nach kurzer Inspektion war ich total von dem Platz überzeugt: Deutlich weniger als 8 km zur Uni, kein Acker der morgens bei evtl schlechtem Wetter durchpflügt werden muss, gute Schallisolierung vor den Straßen :-) Ich bin echt froh, dass ich den netten Mann getroffen habe. Denn so konnte ich dann mit schöner Vorfreude nach Hause radeln.
Die Rückfahrt selber war wunderbar. Auch wenn ich 67 km statt idealerweise 60 km gebraucht habe war es doch eine schöne Tour, erst am Lech entlang und dann über Mering, Odelzhausen und Dachau in die schöne Badewanne in Oberschleißheim. Kurz vor Dachau hatte ich noch einen wunderschönen Ausblick auf die Alpen (bei Föhn) und München.
Wenn es so weiterläuft wie bisher, bin ich mir sicher, dass ich das Vorhaben nicht vorzeitig abbrechen werde.



Mittwoch, 18. April 2012

Erste Woche fast überlebt :-)

So, die erste Woche habe ich gut überstanden, auch wenn es nachts noch ein bisschen kalt war. Für die nächste Woche werde ich mir definitiv eine extra "Nachtschicht" zulegen.
Da dies hier kein Tagebuch werden soll möchte ich einfach von zwei interessanten Erfahrungen berichten.

In der Uni gibt es alles, was man zum zivilen Leben braucht:
Meine Ausrüstung im Schließfach, kurz vor der Heimreise.
Alles was man zum Leben braucht passt in eine Fahrradtasche.
Duschen gibt es im Sportzentrum, einschließlich Desinfektionssprühanlage für die Füße, "Waschräume" und Toiletten sind in jedem Stockwerk an jeder Ecke zu finden. Mensa, Cafeteria, Asiatisches Essen, Pizza, Döner, Edeka Supermarkt... verhungern werde ich also auch nicht.
Schließfächer darf man leider nur tagsüber nutzen, nachts werden die Fächer (Zitat:) "regelmäßig gelehrt". Da habe ich zum Glück eine andere Erfahrung gemacht mit der Annahme, dass selbst wenn der Hausmeister ein verschlossenes Fach sieht er wenig Lust hat, den Schlüssel zu holen um zu schauen, was da drin ist...
Es gibt natürlich viele Plätze, wo man sein Handy aufladen kann, mit dem Laptop lernen kann und Bücher und Bibliotheken gibt es auch genug. Das gute an der Bibliothek: Sie hat bis 24 Uhr offen und eine Toilette :-)


Abenteuer und Zivilisation:
Von meinen bisherigen Fahrradtouren durch Canada, Alaska und viele Ecken von Deutschland weiß ich, dass man nicht jeden Tag eine geeignete Dusche findet und wenn die Kleidung nicht sehr sauber ist dann stört das auch niemanden wirklich. Aber in dieser Woche habe ich mich teilweise wirklich unwohl gefühlt. Um vom Zeltplatz in die Uni zu kommen muss ich erstmal über den Acker laufen. Danach schauen Schuhe und Fahrrad abenteuerlich aus. Das Problem ist, dass ich 20 Minuten später mitten in der Zivilisation sitze - und halbwegs zivilisiert ausguggn möchte.
Zivilisation
Dienstag und heute Vormittag habe ich mich ein bisschen unwohl gefühlt in der Uni mitten unter zivilisierten Leuten. Heute Nachmittag habe ich es dann endlich geschafft, mein Duschzeug mit in die Uni zu nehmen und beim Hochschulsport vorbeizuschauen. Nicht zum Sport machen - nur Duschen. Und - boah - das tat gut. Das tat richtig gut, erfrischt auf den Campus zu treten. Ich habe vor, nächste Woche auch noch andere Schuhe mitzunehmen. Die Wanderschuhe sind super für Wind, Wetter, Fahrradfahren, aber auf dem Campus umherlaufen... da hätte ich schon lieber luftige Sommerschuhe.
Mein Wohnzimmer (Außenansicht)

Sonne weg = Schlafenszeit
Morgen geht es zurück und der Wetterbericht sagt: Sonnenschein :-) Mal schauen, ob ich eine bessere Route finde, als auf der Herfahrt. Mit besser meine ich: Etwa gleich lang, hauptsächlich Fahrradwege, keine stark befahrenen Straßen. :-)

Dienstag, 17. April 2012

Tag 1

Das war definitiv mal ein anderer Unistart. Normalerweise war ich am ersten Abend mit Freunden unterwegs unterstützt mit Freibier von der TU München und Cocktails aus Schwabing. Doch dieses Semester bin ich am Abend in meinem neuen Zuhause: Ich habe einen Zeltplatz.

Am Sonntag Abend war ich nach nassen 3 Stunden 30 Minuten bei einem Kommillitonen angekommen. Am Abend hat man sich lustig in der Küche bei Essen und Augstiner unterhalten. So eine WG ist schon was schönes... aber dieses Semester habe ich andere Pläne.
Montag früh um 8 waren wir in der ersten Vorlesung: "Theoretical Concepts in Materials Sciences"
Nach dem Essen mit den Kommillitonen zum Semesteranfang sind die Pendler wieder nach München gefahren und ich merke, dass ich auf jeden Tag Pendeln mit dem Zug absolut kein Bock hätte. Wenn ich allerdings keine schöne "Unterkunft" für mich finde, wird mir auch nichts anderes übrig bleiben. Also habe ich mich gleich auf den Weg gemacht. Bei Google Maps habe ich einige Gebäude gesehen, die stark nach Bauernhof aussahen. Ich hatte vor, dort auf den Feldern den Landbesitzer zu suchen und zu fragen, ob man für ein paar Nächte auf einer Wiese ein Zelt aufbauen dürfe.
Der Tacho zeigte 7 km an, als ich beim ersten Bauernhof angekommen war. Eigentlich wollte ich ein bisschen näher zur Uni eine Bleibe finden... Auf dem  Feld neben dem Hof inspizierte ein Herr gerade den Ackerboden und ich sprach ihn einfach an. Ich erklärte ihm kurz mein Vorhaben und daraufhin zeigte er mir ein Stück Wiese. Wir sprachen noch ein bisschen über die Benzinpreise und er zeigt mir sein iPhone, das ihm die für ihn wichtigen Details des Wetters für die kommenden Tage anzeigte. Ich bot ihm an, als Gegenleistung gerne auf dem Feld zu helfen oder alle möglichen Computerprobleme zu beheben. Danach verabschiedete ich mich, denn ich musste noch mein Zeug holen, was ich tagsüber noch in der WG von letzter Nacht gelassen hatte.
Also nochmal zur Uni radeln, Schlüssel holen, zur WG radeln, Fahrradtaschen festmachen, in die Uni radeln, Schlüssel zurückgeben. Ich hörte mir noch einen interessanten Vortrag über SQUIDs (damit kann man Magnetfeldänderungen extrem präzise messen) an. Der Hörsaal war rappelvoll und so konnte ich leider nicht die Nudeln essen, die ich mir kurz davor gekauft hatte. Aber ich konnte während dem Vortrag mein Handyakku aufladen.

Danach radelte ich dann nach Hause, also zu meinem Zeltplatz. Das Zelt war schnell aufgebaut und viel Gepäck hatte ich ja auch nicht, um mein "Zimmer" einzurichten. Am Abend habe ich noch mit Familie und Freundin telefoniert. "Ja, es ist alles in Ordnung"
Die Sonne war dann weg und ich schlief schnell ein.
Ich habe aber nicht sehr gut geschlafen: War doch sehr kalt und ich hatte nur mein Sommerschlafsack dabei. Der Wetterbericht für dich nächsten Nächste ist leider nicht viel wärmer...


Sonntag, 15. April 2012

Es geht los

Es ist Sonntag, das Wetter ist nicht sehr schön - aber ich habe mir vorgenommen jetzt loszuradeln. Und wenn ich jetzt spontan auf Zug umsteige hat die Bequemlichkeit gewonnen.
Alles wetterfest vorbereitet... es kann losgehen.
Die Sachen sind soweit gepackt: Schlafsack, Isomatte, Zelt, Waschbeutel, eine Milchschnitte vom Bruder, eine Dr Pepper vom Supermarkt und ein bisschen Kram für den Alltag.
Die Strecke sind laute Google Maps zu Fuß 60 km: Oberschleißheim - Dachau - Odelzhausen - Friedberg - Augsburg.
Na dann mal los...

Sonntag, 1. April 2012

Die Idee

Ich studiere 3 Monate im Zelt und fahre alles mit dem Fahrrad

Am 16. April 2012 geht das Semester in Augsburg los. Das Vorhaben schaut grob so aus:
Jeden Sonntag mit dem Fahrrad von München nach Augsburg radeln, Zelt aufbauen, ein paar Tage studieren, am Donnerstag nach Hause radeln, ein schönes Wochenende genießen - und dann das ganze eben 15 Wochen bis zum Ende der Vorlesungszeit.

Aus Erfahrung weiß ich, dass man für eine Fahrradtour nicht viel vorbereiten muss - man muss nur losfahren und die Ausrüstung sollte besserer Qualität sein.
Abends braucht man einen Platz zum Schlafen - in meinem Fall ca. 8 Quadratmeter Wiese. Duschen, Waschen und Zähneputzen kann ich in den Gebäuden von der Universität - hoffe ich. Im Notfall hat man immer Freunde, die einem aushelfen.

 Sollte ich diesen Beitrag besser "der Plan" nennen? Da ich noch nicht genau weiß, wie das alles funktionieren wird, trifft es Idee doch ganz gut.

   +
Auf dem Bild sind mein Bruder und ich in Alaska. Die Zelterfahrung von dort werde ich gut gebrauchen können.