Das war definitiv mal ein anderer Unistart. Normalerweise war ich am ersten Abend mit Freunden unterwegs unterstützt mit Freibier von der TU München und Cocktails aus Schwabing. Doch dieses Semester bin ich am Abend in meinem neuen Zuhause: Ich habe einen Zeltplatz.
Am Sonntag Abend war ich nach nassen 3 Stunden 30 Minuten bei einem Kommillitonen angekommen. Am Abend hat man sich lustig in der Küche bei Essen und Augstiner unterhalten. So eine WG ist schon was schönes... aber dieses Semester habe ich andere Pläne.
Montag früh um 8 waren wir in der ersten Vorlesung: "Theoretical Concepts in Materials Sciences"
Nach dem Essen mit den Kommillitonen zum Semesteranfang sind die Pendler wieder nach München gefahren und ich merke, dass ich auf jeden Tag Pendeln mit dem Zug absolut kein Bock hätte. Wenn ich allerdings keine schöne "Unterkunft" für mich finde, wird mir auch nichts anderes übrig bleiben. Also habe ich mich gleich auf den Weg gemacht. Bei Google Maps habe ich einige Gebäude gesehen, die stark nach Bauernhof aussahen. Ich hatte vor, dort auf den Feldern den Landbesitzer zu suchen und zu fragen, ob man für ein paar Nächte auf einer Wiese ein Zelt aufbauen dürfe.
Der Tacho zeigte 7 km an, als ich beim ersten Bauernhof angekommen war. Eigentlich wollte ich ein bisschen näher zur Uni eine Bleibe finden... Auf dem Feld neben dem Hof inspizierte ein Herr gerade den Ackerboden und ich sprach ihn einfach an. Ich erklärte ihm kurz mein Vorhaben und daraufhin zeigte er mir ein Stück Wiese. Wir sprachen noch ein bisschen über die Benzinpreise und er zeigt mir sein iPhone, das ihm die für ihn wichtigen Details des Wetters für die kommenden Tage anzeigte. Ich bot ihm an, als Gegenleistung gerne auf dem Feld zu helfen oder alle möglichen Computerprobleme zu beheben. Danach verabschiedete ich mich, denn ich musste noch mein Zeug holen, was ich tagsüber noch in der WG von letzter Nacht gelassen hatte.
Also nochmal zur Uni radeln, Schlüssel holen, zur WG radeln, Fahrradtaschen festmachen, in die Uni radeln, Schlüssel zurückgeben. Ich hörte mir noch einen interessanten Vortrag über SQUIDs (damit kann man Magnetfeldänderungen extrem präzise messen) an. Der Hörsaal war rappelvoll und so konnte ich leider nicht die Nudeln essen, die ich mir kurz davor gekauft hatte. Aber ich konnte während dem Vortrag mein Handyakku aufladen.
Danach radelte ich dann nach Hause, also zu meinem Zeltplatz. Das Zelt war schnell aufgebaut und viel Gepäck hatte ich ja auch nicht, um mein "Zimmer" einzurichten. Am Abend habe ich noch mit Familie und Freundin telefoniert. "Ja, es ist alles in Ordnung"
Die Sonne war dann weg und ich schlief schnell ein.
Ich habe aber nicht sehr gut geschlafen: War doch sehr kalt und ich hatte nur mein Sommerschlafsack dabei. Der Wetterbericht für dich nächsten Nächste ist leider nicht viel wärmer...
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